Antifaschistische Gruppen Südthüringen

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Auflösungserklärung

Eintragsdatum: 2011-01-01Quelle: AGST

Die Antifaschistische Gruppe Südthüringen [AGST] erklärt hiermit als Organisationszusammenhang nach fast sechs Jahren aktiver Arbeit ihre Auflösung. Wir tragen damit einer Entwicklung Rechnung, die sich seit mehreren Jahren abzeichnete.

Seit nunmehr fast sechs Jahren hat die Antifaschistische Gruppe Südthüringen die politische Tristesse im Thüringer Süden mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg aufgemischt. In dieser Zeit haben wir versucht gesellschaftskritische Inhalte ins Bewusstsein vieler Einzelner zu tragen und mit dem Kampf gegen Nazistrukturen die Ausgangsbedingungen für eine freiere Entwicklung emanzipatorischer Strukturen zu schaffen. Unser Kampf galt niemals einem Deutschland ohne Nazis, wie es weite Teile der Zivilgesellschaft anstreben, sondern dem Ende dieses abstrakten Zwangssystems. Wir kämpfen für eine Gesellschaft ohne Staaten, ohne Nationen, ohne Klassen und Grenzen weil wir zur Überzeugung gekommen sind, dass diese Einrichtungen einer "Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist" (Karl Marx) unauflöslich im Wege stehen.

Dabei sahen wir uns stets staatlicher Repression ausgesetzt und unser Anspruch zumindest in jenen Teilen der Gesellschaft wahrgenommen zu werden, die, in Zeiten von kulturindustrieller Zurichtung und abstumpfendem Arbeitszwangs, noch zur Reflexion fähig waren, war stets eine Gradwanderung zwischen Gefährdung der konkreten Menschen hinter der AGST und dem aktiven Eintreten für unsere Ziele. Wir können nicht leugnen, dass diese Gefährdung durch die Verfolgungsbehörden bei unseren Diskussionen um die Auflösung, eine Rolle gespielt hat. Ausschlaggebend war sie nicht.

Der eigentliche Grund für diesen Schritt ist eine Entwicklung, die für provinzielle Regionen in Deutschland typisch ist. Menschen, die in dieser langweiligen Gegend aufwachsen, zur Schule gehen und ein Bedürfnis nach poltischer und kultureller Vielfalt haben oder einfach studieren wollen, hält es nicht in einer Region, die außer Wald, Nazis und anderen bornierten Eingeborenen nicht viel zu bieten hat. Den Wegzug vieler Aktivist_innen hat die AGST nicht kompensieren können, sodass es in zahlreichen Städten und Landkreisen in Südthüringen keine an die AGST angeschlossenen Antifas mehr gibt. Der Anspruch überall in der Region wahrnehmbar und aktiv zu sein, konnte nicht mehr aufrecht erhalten werden. Das heißt nicht, dass es keine aktiven Gruppen und Personen mehr gibt. Es gibt also keinen Grund zur Freude für Nazis, Verfassungsschutz und andere Staatsschützer. Der Widerstand gegen die alltäglichen Zumutungen in Südthüringen wird neue Strukturen suchen und finden.

Das ist nicht nur ein Versprechen, sondern eine Aufforderung an junge Zusammenhänge in unserer Region. Werdet selber aktiv! Start- und Bildungsangeboten vermitteln wird gerne. Also bildet euch, bildet andere, bildet Banden!

Unsere Homepage wird allen Interessierten als Infoportal erhalten bleiben. Hier können Gruppen und Einzelpersonen weiterhin Beiträge einsenden, genauso wie das Redaktionskollektiv weiterhin die Vorgänge in Südthüringen beobachten und kommentieren wird. Aus der Homepage der Antifaschistischen Gruppe Südthüringen [AGST] wird also ein Infoportal der Antifaschistischen Gruppen Südthüringen [AGST]. Für Einsendungen und Hinweise gilt weiterhin, dass wir nicht jeden Scheiß veröffentlichen, sondern Texte, Termine, Diskussionsbeiträge, die wir für sinnvoll halten. Ein kurzes Selbstverständnis wird in den kommenden Tagen, Wochen oder Monaten folgen.

Zum Schluss sei vielen gedankt, die aus Schutzgründen hier selbstverständlich nicht namentlich benannt werden können. Alle jene, die uns in den vergangenen Jahren unterstützt haben, sei es weil sie Räume vermittelt haben, Demonstrationen angemeldet haben, uns Informationen zugespielt haben, auf unseren Veranstaltungen waren und zu unserer Entwicklung beigetragen haben, usw. Vielen Dank!
Antifaschistische Gruppe Südthüringen