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Suhl: CDU im Dialog mit Rassisten

Eintragsdatum: 2015-01-29Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

Das klingt erstmal nicht sonderlich überraschend, dennoch bahnt sich mit dem geplanten Bürgerforum der CDU im CCS am kommenden Montag eine groteske Veranstaltung an.

Wenn am nächsten Montag wieder mehrere hundert Nazis und Rassisten durch Suhl ziehen werden, plant die CDU aus Suhl eine Gesprächsrunde 'Für Antworten und gegen jede Form des Extremismus'. Ziel dieser Veranstaltung unter Anleitung des Suhler Kreisvorsitzenden Marcus Kalkhake wird es sein, dass man die offen rassistischen Ängste der Suhler Bevölkerung nicht etwa als solche benennt und demaskiert, sondern ihnen eine offizielle und von Seiten einer Stadtratsfraktion getragene Legitimation gibt und den Rassismus wahrscheinlich auch noch befeuert. Das eine entpolitisierte Form des 'ehrlichen Informationsaustausch' gegen rassistische Mobilmachungen recht wenig taugt, bewies bereits die gut gemeinte Initiative „Solidarität mit den Flüchtlingen in Suhl“, welche bereits seit mehreren Monaten Aufklärungsarbeit betreibt und versucht mit Fakten und Informationen und ohne jegliche politische Analyse gegen Rassismus anzukämpfen. Bisher zeichnete sich dadurch kein nennenswerter Prozess der Besserung in der aufklärungsresistenten Bevölkerung Suhls ab. (Warum sich Rassismus auf diese Weise nicht aufklären lässt, schreibt die Antifa Arnstadt-Ilmenau.) Dass er jetzt auf diese Strategie 'Ängste ernst nehmen' setzt, ist kein Vorwurf, den man Kalkhake machen kann, sondern viel mehr logische Konsequenz aus der Tatsache, dass er selbst ein Teil der unaufklärbaren Suhler ist.

Das Pamphlet, welches Kalkhake mit seinen Jüngern veröffentlichte, setzt nicht nur auf die Legitimation von Rassisten wie PEGIDA, sondern auch auf die gewohnte Extremismusdoktrin und Gleichsetzung von links und rechts, sowie das Schwören auf die Gemeinschaft der geläuterten Mitte der Gesellschaft. So heißt es dann auch: „...das der entscheidende Unterschied zwischen der PEGIDA und der SÜGIDA offensichtlich darin liegt, dass PEGIDA aus der Mitte der Gesellschaft heraus organisiert ist und nach Rechts strahlt. Wo hingegen die SÜGIDA zweifelsfrei von Rechts organisiert ist und in die Mitte der Gesellschaft strahlt. Die Suhler Union verurteilt, dass die Rechte offensichtlich versucht diesen wachsenden Unmut, Ängste und Sorgen der Mitte der Gesellschaft für ihre Ziele zu missbrauchen.“ Die CDU Suhl sieht es also nicht ein, warum Neonazis nun plötzlich Rassismus für sich nutzen, um dies dann von sich zu „strahlen“, sondern möchte alles beim alten belassen. Rassismus denen, die ihn seit Jahren befeuern, Asylrecht verschärfen und nicht müde werden im Sinne der Verwertungslogik Menschen in nützliche Einwanderer und unnütze Einwanderer zu sortieren! Vermutlich sieht Kalkhake aber vor lauter „Strahlen“ schon länger kein Licht mehr am Ende des Tunnels der geistigen Umnachtung.

Ein weiterer Weggefährte durch diesen schier endlos-dunklen Tunnel ist Karl Nehring aus Zella-Mehlis. Dieser war, laut Freies Wort, 25 Jahre Stadtrat in Zella-Mehlis und hatte wohl schon nach der Wiedervereinigung ein großes Geltungsbedürfnis und Aufmerksamkeitsdefizit. Jetzt, wo sich die lokale Presse mal nicht nur Rentnergeburtstagen und Löchern in den Straßen widmet, schien nun auch seine Stunde gekommen, einmal wieder ein paar Minuten in den Lichtstrahlen der Aufmerksamkeit zu stehen und seien es nur die Strahlen von Kalkhake. Gegenüber der lokalen Presse berichtet Nehring schließlich von seinen Eindrücken von den Aufmärschen und den Gegenprotesten, um dann zu scharfsinnigen Analysen zu gelangen: „Das sind nicht nur Rechte und Linke, die da auf die Straße gehen. Sondern gerade unter den Sügida-Demonstranten gibt es vor allem viele junge Menschen, die ganz verschiedene Probleme haben...“, heißt es da zum Beispiel. Dass es sich bei den Teilnehmern von SÜGIDA um junge Menschen mit vielen Problemen handelt, sehen wir ähnlich, jedoch wird ein Gespräch welches 'Argumente' austauscht und nach einer 'gemeinsamen Lösung' strebt nur eines mit sich führen und zwar die Legitimation von Neonazis und ihren menschenverachtenden Ansichten. Da nützt es auch nichts, wenn sich Nehring selbst mit Flüchtlingen auf eine Stufe stellt, da er ja selbst nach dem Zweiten Weltkrieg 'vertrieben' wurde. Syrische Flüchtlinge, die vor der konkreten Bedrohung durch den Islamischen Staat über tausende Kilometer geflohen sind, mit der Flucht von Pommern nach Thüringen, als Teil des Kollektives welches sich der Ausrottung der Juden verschrieben hatte und einen Krieg begann, der Millionen Menschen in den Tod riss, zeigt nicht nur aus welcher Motivation Nehring 'Flüchtlingsarbeit' macht. Es veranschaulicht gut, in was für einer grotesken und widerlichen Art und Weise er den Nationalsozialismus verharmlost und sich selbst als Opfer derer deklariert, die es zum Glück schafften den Nationalsozialismus mit aller nötigen Gewalt und den daraus entstandenen Konsequenzen niederzuschlagen.

Nun soll es am kommenden Montag das erste Bürgerforum im CCS von 18 -20 Uhr geben. Dass gerade die Landeszentrale für politische Bildung aus Sachsen einen ihrer Lakaien als Moderator dieser Veranstaltung entsendet, verwundert nicht. Bereits in Dresden konnte PEGIDA auf die Landeszentrale als guten Verbündeten zurückgreifen, wenn es um Räumlichkeiten z.B. für Ihre Pressekonferenz ging. Als Moderator ist Patrick Marschner "gewonnen worden" - Ein Erfahrener, wenn es darum geht, Rassisten ernst zu nehmen. So war er bereits auf mehreren Bürgerforen zu Flüchtlingsheimen in Sachsen aktiv, auf denen er z.B. Protokoll führte und brav die kruden Äußerungen von rassistischen Anwohnern notierte. Wie solche Bürgerforen immer wieder zu verbalen rassistischen Ausbrüchen führten, zeigte sich erst vor ein paar Wochen in Unterwellenborn bei Saalfeld oder im vergangenen Jahr in Schmalkalden.

Wem es am Montag also zu kalt auf der SÜGIDA-Demo ist und sich keine großen Hoffnungen macht, doch nochmal auf Gegendemonstranten los gehen zu können, ist bei Marcus, Patrick und Karl im Warmen gut aufgehoben um sich seinen rassistischen Ausfällen, zumindest verbal, hingeben zu können und auf offene Ohren zu stoßen.

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