Antifaschistische Gruppen Südthüringen

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Suhl: ThüGIDA Trauerspiel in zwei Akten

Eintragsdatum: 2015-12-03Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

Pünktlich zum Wintereinbruch hatten Südthüringer Nazis nicht besseres zu tun als weitere Aufmärsche in Suhl anzumelden. An den Montagen des 23. und 30. November versammelten sich jeweils 150 Nazis in Suhl. Ihre Aktionen blieben jedoch vom Gegenprotest nicht ungestört.

23. November – es wird kälter in Suhl

Seit dem Sommer blieb Suhl von Ansammlungen diverser Nazigruppen in Form von Demonstrationen verschont. Bis zu dem Zeitpunkt als die ersten Temperaturen unter Null Grad Celius gemessen wurden und der erste Schnee fiel und liegenblieb. Das vielleicht von einigen Nazis erhoffte Januar-Spirit von SüGIDA, als man noch in Aufbruchsstimmung und einem aufgeheizten Mob von bis zu 1000 Rassisten durch die Straßen Suhls tingeln konnte, war, wenn auch mit denselben Witterungsbedingungen wie vor zehn Monaten, einfach nicht mehr drin. Ein eher kläglicher Haufen von rund 150 Nazis versammelte sich auf dem Platz der deutschen Einheit. Gute Stimmung war bei den eisigen Temperaturen nicht aufgekommen, abgesehen davon und der jämmerlichen Teilnhemerzahl blieb alles beim Alten. Tommy Frenck, seines Zeichens Leithammel von ThüGIDA hinter dem Rennsteig, war wieder Anmelder und moderierte die doch eher langweilige Auftaktkundgebung. Selbst der sächselnde Antisemit, Axel Schlimper, der noch im August mit seinen englisch-sächsischen Kauderwelsch amüsierte, sorgte nicht wirklich für eine Atmosphäre, in der es sich gut hetzen ließ. Lediglich der Bezug auf den Gegenprotest konnte etwas Schwung in die Partie bringen. Als Axel auf den Gegenprotest einging, der sich nach einiger Zeit vor dem CCS formiert hatte, kam zumindest für den ein oder anderen Nazi seinen selbstdarstellerischen Moment. Vereinzelt brüllte dann jemand etwa, das „Volksverräter“ oder „Wer Deutschland nicht liebt...“ bedeuten konnte, es war aber aus den teils animalischen Schreien nicht hundertprozentig zu hören. Schließlich grüßte Schlimper noch seinen Freund Johannes Häfke; „Johannes bist du es? Ich hör dich doch!“. Wir erinnern uns, beide hatten zu SüGIDA Hochzeiten ihre verbotene Liebe zu einander entdeckt. Die Frage Schlimpers „Johannes, warum antwortest du auf meine SMS nicht?“ blieb unbeantwortet. Krach im Paradies? Jedenfalls war das auch schon einer der wenigen Höhepunkte. Als weiterer Redner trat Hartmut Wostupatsch vom Landesverband der Partei „Die Rechte“ auf, dessen einziges Highlight sein Nachname ist.

Der Gegenprotest formierte sich schon einige Zeit vor den Nazis am Bahnhof in Suhl, um mit einer Demonstration vom Bahnhof zum CCS zu laufen. Dort trafen sich die rund 50-60 Gegendemonstranten schließlich mit anderen schon wartenden Menschen vor Ort, von denen ein Teil vorher noch mit Kerzen aufstellen gegen Rechts beschäftigt war. Nun standen hinter Hamburger Gittern und Polizeiketten rund 80 Menschen dem Nazimob entgegen und störten deren Kundgebung vereinzelt mit Sprechchören. Zum Ende hin durfte sich noch ein Nazi mit der Polizei ärgern. Er hatte mehrere Gegendemonstranten mit einem Laser-Pointer angeleuchtet und darf sich nun auf eine Anzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung freuen.

30. November - Sinkende Teilnehmerzahlen bei ThüGIDA

Eine Woche nach der ersten Demonstration von ThüGIDA in diesem Winter folgte an diesem Montag Part zwei. Im Vergleich zur Vorwoche waren die Temperaturen einige Grad Celsius über den Gefrierpunkt. Ab 18 Uhr hatte No-ThüGIDA zu einer Demonstration unter dem Motto "Gegen rechte Gewalt und Naziterror" aufgerufen. Grund dafür war ein Angriff auf eine Suhler Nazigegnerin durch einen stadtbekannten Neonazi, sowie die Morddrohungen gegen die Person, ihre Familie sowie gegenüber den Teilnehmern des Gegenprotestes in Suhl. An der Demonstration und der Kundgebung vor dem CCS nahmen rund 50 Menschen teil. In einem Redebeitrag und einem Flyer wurde an die Opfer von Neonazimorden seit 1990 gedacht. In einem Redebeitrag von Aktionsbündnis "No SüGIDA" wurden speziell die Neonazimorde in Suhl thematisiert. Erinnert wurde dabei an Olaf Heydenbluth, der 1993 in Suhl von Nazis ermordet wurde und an das Opfer des sogenannten 'Foltermordes' 2012 in Suhl Nord.

Eine Woche zuvor folgten noch rund 150 Nazis und Rassisten den Aufruf von Tommy Frenck, während es an diesem verregneten Montag nur noch knapp 100 waren. Als Redner traten mal wieder Axel Schlimper und David Köckert auf. Als besonderes Highlight wurde der Naziliedermacher und langjährige Aktivist Frank Rennicke als Redner angekündigt, welcher bei seiner Rede David Köckert in seiner Göbbels-Rhethorik in nichts nachstand. Die Nazis, aufgrund des strömenden Regens zur Eile genötigt, stellten sich schließlich vor dem Gegenprotest auf die Straße, wobei es zu diversen Pöbeleien und Anfeindungen durch die Nazis kam. Einer, der sich besonders hervortat, war der Suhler Nazi Frank Krauss. Krauss, eher durch Alkoholexzesse und schlecht lesbare 'Werde aktiv' Graffito auf Suhl-Nord bekannt, qualifizierte sich wieder einmal für den Preis des dümmsten Nazis in Suhl. Vor einer Reihe Polizisten beschimpfte er eine Nazigegnerin als "Fotze" und drohte Gewalt an. Dumm nur, dass er das vor den ausnahmsweise mal nicht so neonazifreundlichen Polizisten tat und daraufhin widerstandslos von den Beamten mitgenommen wurde. Für 2015 ist vorerst kein weiterer Aufmarsch von Neonazis in Suhl bekannt. Dafür kündigte David Köckert eine Aktion von ThüGIDA am 11. Dezember in Arnstadt an. Worum es sich dabei genau handelt ist bisher unklar. Weitere Infos werden zur gegebenen Zeit folgen.

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