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Suhl: Stadt und Polizei im Großeinsatz gegen Trinker

Eintragsdatum: 2017-07-04Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

In den vergangenen zwei Wochen wurde wieder einmal deutlich, inwiefern sich Verdrängungsprozesse in der Suhler Innenstadt durchsetzen, die sich gegen alle und jede richten, die dem Ruf, dem Stadtbild oder Kaufkraft der unbescholtenen Bürger Schaden zufügen könnte. Mit vereinten Kräften und extra heran zitierter Polizeiverstärkung setzt man das Alkoholverbot durch, auch mit Gewalt.

Schon seit vielen Jahren gibt es Versuche der Stadt Suhl gegen die „Trinkerszene“ in der Innenstadt, wie sie in der lokalen Zeitung betitelt werden, vorzugehen. Gemeint sind einfach nur Leute, die sich auf ein Bier treffen, Punks, Obdachlose, die trinkenden Kameraden mit „Division Thüringen“-Shirt oder Menschen die keine Lust oder kein Geld haben, um in einer der überteuerten Kneipen einzukehren. Vor vielen Jahren wurde dazu ein Alkoholverbot für den Innenstadtbereich ausgesprochen. Nicht dass es dabei die Kneipen betrifft, sondern öffentliche Plätze an denen man gemütlich eine Flasche Bier genießen könnte. Auf verschiedene Plätze wurde es ausgeweitet, je nachdem wohin die „Szene“ gedrängt wurde.

Jetzt, wo Temperaturen und Wetter es angenehm machen, treffen sich jene „Trinker“ wieder in der Stadt. Vor knapp zwei Wochen kam es dabei zu dem Fall, dass die Polizei sowie Sanitäter angegriffen worden sein sollen, nachdem die Polizei einen vom Drogenkonsum beeinträchtigten Mann aufgriff. Da sie die Person mitnehmen wollten, das seine Begleiter aber verhindern wollten, kam es zu handgreiflichen Auseinandersetzung, an dessen Ende leicht verletzte Bullen standen und einige festgenommene Tatverdächtige. Die Suhler Polizei zog in den Krieg gegen Alkoholiker in den „Schmuddelecken“ der Stadt, nur schien man die Schmach der ersten kassierten Schellen nicht vergessen zu haben. Also beorderte man sich die Bereitschaftspolizei aus Erfurt heran. An den warmen Abenden zogen dann Polizeistreifen durch die Innenstadt und kontrollierten Menschen, die es möglicherweise wagten, die das von der Stadt auferlegte Alkoholverbot umgehen zu wollen. Die Polizei schritt ein, fertigte Anzeigen an, Ordnungsgelder wurden verhängt, Platzverweise erteilt, Menschen durchsucht usw.. Natürlich zur Beruhigung der Suhler Bevölkerung, der angeschlagenen Beamten aus Suhl und der Lokalpresse, die nicht müde wird über die Erfolge gegen unnütze Trinkergruppen zu berichten. Ende letzte Woche durfte dann das Freie Wort den vorläufigen Sieg verkünden. „Nach Polizeieinsätzen: Trinker räumen das Feld“. Das Fazit fällt aus, als könnte es nicht besser laufen für die Stadt: „Der in den vergangenen Tagen aufgebaute hohe Kontrolldruck der Polizei zur Durchsetzung des Alkoholverbots in der Suhler Innenstadt zeigt Wirkung: Am Freitag war die in der warmen Jahreszeit ansonsten tagtäglich von Trinkern und jungen Leuten mit Hunden bevölkerte Schmuddelecke zwischen Lauterbogencenter und Waffenmuseum verwaist.“

Fünf Jahre nachdem in Suhl Klaus-Peter Kühn von Neonazis ermordet wurden, weil sie ihn als „Asozialen“ ansahen, dessen Leben keinen Wert hat, versucht die Stadt Suhl mit Hilfe der Thüringer Polizei auf ihre Art und Weise gegen die Menschen vorzugehen, die sie als „Asoziale“ ansieht. Auch wenn Lokalpresse, Stadt und Polizei das nie auf den Punkt bringen und hinter Verklausulierungen verstecken, ist klar was gemeint ist. Die Verdrängungsmaschinerie richtet sich gegen alle die nicht über genügend Kauf- oder Arbeitskraft verfügen und mit ihrer Anwesenheit nur Touristen und die brave Suhler Bevölkerung anwidern. Wenn sich die Abgehängten der Gesellschaft schon das Elend schön trinken müssen, dann doch bitte nicht vor den Augen derer, die diese Armut reproduzierende Gesellschaft tagtäglich reproduzieren. Wer sich darüber hinwegsetzt wird mit Strafen und Gewalt belegt. Law&Order Suhl im Jahr 2017.

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